Stress und Herzrhythmusstörungen

Dauerstress kann zum Burn-out, häufig begleitet von Depressionen, führen und damit zu ernsthaften, behandlungsbedürftigen Zuständen.

Dass sich psychische und physische Belastungen auf die Herztätigkeit auswirken, haben Sie vermutlich auch schon erlebt. Die Erklärung für stressbedingte Herzrhythmusstörungen steckt auch diesmal in der Biochemie: Sobald unser Gehirn Stress registriert, setzt es reflexartig unseren Körper in Alarmbereitschaft.

Es beginnt damit, dass bestimmte biochemische Botenstoffe (Hormone) vermehrt in den Blutkreislauf ausgeschüttet werden – u. a. sind das die Hormone Kortisol, Aldosteron, Androgene sowie die Nervenbotenstoffe Adrenalin und Noradrenalin. Die Hormone regen an unterschiedlichen Stellen im Körper weitere Reaktionen an. Auch Nerven- und Herz- Kreislauf-System reagieren: Der Pulsschlag und damit auch der Blutdruck steigen, der Blutfluss verändert sich, Hände und Füße werden schlechter, Muskeln hingegen besser durchblutet, die Muskelspannung nimmt zu, die Bronchien erweitern sich, die Atmung wird schneller. Zudem erhöht sich die Geschwindigkeit des Stoffwechsels und unser Körper setzt Energiereserven frei.

Das gesamte Programm läuft automatisch ab, um unsere Leistungsfähigkeit kurzfristig so zu verstärken, dass wir die Belastung besser bewältigen können.

Körperliche Folgen von Dauerstress

Erhöhtes Risiko für:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck,
  • Kopf-/Rückenschmerzen,
  • Stoffwechselstörungen,
  • Verdauungsstörungen, Magen-Darm-Geschwüre,
  • geschwächte Abwehrkräfte,
  • Zyklusstörungen, Impotenz,
  • Schlafstörungen,
  • Ohrgeräusche, Tinnitus, Hörsturz.

Nach der Stresssituation, wenn die freigesetzte Energie genutzt wurde, entspannt sich unser Körper und das Hormonsystem reguliert sich wieder. Es sei denn, wir stehen unter Dauerstress und permanenter Anspannung oder das Zusammenspiel der Hormone funktioniert nicht optimal. Dann sind ernsthafte gesundheitliche Probleme, u. a. Herzbeschwerden und Herzrhythmusstörungen, zu befürchten. Diese können durch einen Mangel an Kalium und Magnesium begünstigt werden.

Deutschlands gestresste Herzen

Der deutliche Zusammenhang zwischen psychischen Belastungen und Herzrhythmusstörungen wird durch eine aktuelle Umfrage bestätigt. Viele der Umfrageteilnehmer kannten Symptome der Herzrhythmusstörungen aus eigener Erfahrung (21 Prozent). 60 Prozent von ihnen waren deshalb so beunruhigt, dass sie einen Arzt aufsuchten. Bei einem Drittel dieser Fälle konnten keine organischen Herzprobleme festgestellt werden. Vielmehr waren diese Personen privat wie beruflich stark belastet und standen anhaltend unter Stress.

(Quelle: Kantar Health Umfrage 2015 im Auftrag von Trommsdorff Arzneimittel)

Chronischer Stress als Mineralstoffräuber

Folge von anhaltendem Stress kann der totale Erschöpfungszustand sein. Er macht sich nicht nur körperlich bemerkbar. Auch die geistige Leistungsfähigkeit, Konzentration und Kreativität leiden. Es kann zu Niedergeschlagenheit, Mutlosigkeit und Antriebsschwäche sowie sozialem Rückzug kommen – typische Symptome eines Burn-out.

Chronischer Stress bringt fortdauernd unseren Mineralstoffhaushalt durcheinander. Verantwortlich dafür ist das Stresshormon Kortisol, das unseren Körper in Alarmbereitschaft versetzt und u. a. dafür sorgt, dass der Aldosteronspiegel steigt. Aldosteron bewirkt, dass die Nieren vermehrt Kalium ausscheiden, während gleichzeitig Natrium und Wasser zurückgehalten werden. Über die Freisetzung von Kortisol und Aldosteron reguliert sich auf diese Weise der Natrium- und Kaliumgehalt im Blut, was wiederum Einfluss auf den Salz- und Wasserhaushalt, das Flüssigkeitsvolumen in den Gefäßen und den Blutdruck hat.

Erhöht sich nun infolge von anhaltendem Stress der Aldosteronspiegel, so steigt zum einen der Blutdruck, zum anderen sinkt die Konzentration von Kalium im Blut. Außerdem verringert sich bei hohem Aldosteronspiegel die Wiederaufnahme von Magnesium aus den Nierenkanälchen. Es steht folglich auch weniger Magnesium zur Verfügung. Aus der stressbedingten Hormonausschüttung kann sich schließlich ein Kalium- und Magnesiummangel entwickeln – mit Folgen für Ihr Herz.

Wenn Sie unter Stress leiden, sich womöglich bereits Symptome eines Burn-out bemerkbar gemacht haben, sollten Sie an Ihren Mineralstoffspiegel denken. Eine stressbedingte Erschöpfung geht häufig mit einem Mangel an Kalium und Magnesium einher. Nicht selten treten dann auch Herzrhythmusstörungen auf.

Achten Sie in einer stressreichen Lebensphase ganz besonders auf Ihre Ernährung. Versuchen Sie, die Kalium- und Magnesiumspiegel auf hohem Niveau einzupendeln, und schützen Sie damit Ihr Herz. Sprechen Sie ggf. Ihren Arzt darauf an.

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